Viele Betreiber tun das wohl aus Unachtsamkeit; das Einbinden von Statistik Tools Dritter ist weit verbreitet und erscheint angesichts der Namen der Anbieter offensichtlich als selbstverständlich. Wird beispielsweise das Analyse Werkzeug von Google genutzt, lesen offensichtlich weder die technisch noch die inhaltlich Verantwortlichen deren AGB. Dort steht zu lesen:
... Sie sind verpflichtet, sämtliche auf die Nutzung des Service und die Erhebung von Daten über Besucher Ihrer Websites anwendbaren Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsbestimmungen einzuhalten. Sie sind ferner verpflichtet, an prominenten Stellen Ihrer Websites eine sachgerechte Datenschutzpolicy zu dokumentieren (und sich an diese zu halten). Auch werden Sie alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, die Aufmerksamkeit der Nutzer Ihrer Website auf eine Erklärung zu lenken, die in allen wesentlichen Teilen wie folgt lautet:
'Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. ... Google Analytics verwendet sog. „Cookies“ ... Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website (einschließlich Ihrer IP-Adresse) wird an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Google wird diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten ... Auch wird Google diese Informationen gegebenenfalls an Dritte übertragen, sofern dies gesetzlich vorgeschrieben oder soweit Dritte diese Daten im Auftrag von Google verarbeiten. ... Sie können die Installation der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich nutzen können. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google in der zuvor beschriebenen Art und Weise und zu dem zuvor benannten Zweck einverstanden.'
(Zitiert nach: GOOGLE ANALYTICS BEDINGUNGEN Punkt 8, Stand 4. Januar 2010)
Zieht man zusätzlich in Betracht, dass immerhin die IPs auch der Besucher, die Cookies deaktivieren, an Google übermittelt werden, müsste man diesen Text auf einer "Vorschaltseite" publizieren, um "Google Analytics" halbwegs gesetzestreu und wie von Google vorgeschrieben zu verwenden. Und das macht natürlich niemand. Gerade einmal 15% der Seiten, die den Dienst nutzen, veröffentlichen den Text überhaupt.
Warum aber ist der Dienst so beliebt? (Immerhin 13% der in der oben zitierten Studie untersuchten Auftritte nutzen ihn.)
Der Analyse Dienst stellt - entgeltfrei - aussagekräftige, bunte Statistiken zur Verfügung. Diese Statistiken gibt es anderswo nicht "umsonst" - und das Google als Gegenleistung nicht nur die potentiellen Kunden der Seite "kennt", sondern auch alles über die Marktbedeutung des eigenen Angebotes erfährt, scheint den Betreibern gleichgültig zu sein.
Dabei geht es auch anders:
Das Logfile des eigenen Servers verrät schon viel: Datum, Uhrzeit, IP des Fragenden, angefragte Datei, Lieferstatus, letzte URL des Fragenden, Größe der Datei. Aus diesen Datenmengen allein lässt sich eine Menge folgern - allerdings auch Vieles nur vermuten.
Die Zahl der Besucher zum Beispiel, die von den meisten Statistiken immer noch nach den IPs der Fragenden ermittelt wird, kann man, da praktisch jede Firma und Behörde nach außen mit der immer gleichen IP auftritt und die großen Provider mit wenigen "Proxys" ihren Kunden das Netz "spiegeln", nur mit anderen Mitteln wirklich zuverlässig ermitteln.
Unser CMS, Beach42, schreibt dazu für jeden Besuch ein "Mini - Sessionmanagement". Dieses ermöglicht selbst den radikaleren Datenschützern, die gar keine IPs gespeichert sehen möchten, anonyme, aber genaue Auswertungen, inklusive Klickweg- und Kampagnen-Auswertungen.
Wir helfen Ihnen, an relevante Zahlen zu kommen und diese einzuordnen. Wir beraten Sie außerdem zu Strategien, wie Sie mit den Zahlen weiterarbeiten können - zum Beispiel bei einer (Werbe-)Kampagne im Netz oder durch Suchmaschinenoptimierung ("Serarch Engine Optimizing" - SEO).
Wir wissen, welche Tricks angewendet werden, um bei Suchmaschinen nach vorne zu kommen, und was sie nützen. Wir beraten gerne über die Nutzung von "Cookies" und "Web-Bugs" zu Marketing-Zwecken und nennen die "sauberen" Alternativen: Datenschutz tut gut und ist - bei gleicher Leistung - auf Dauer preiswerter als übertriebene Datensammelwut bei gleichzeitiger Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen.
Auf längere Sicht bietet Datenschutz zusätzlich Schutz vor Ordnungsgeldern und Abmahnungen und die Möglichkeit, mit gesetzeskonformem, demokratie- und verbraucherfreundlichem Verhalten Gutes für das Firmenimage zu tun.




